PhonixPBX ist der Nachfolger von AskoziaPBX und kann die Konfiguration einer bestehenden AskoziaPBX übernehmen: Telefone, Provider samt Wählmustern und eingehenden Routen, Rufgruppen, Anwendungen, Konferenzräume, Mailbox- und E-Mail-Einstellungen, Codes für Vermittlung und Parken, Manager-Benutzer und die Systemeinstellungen. Grundlage ist die Datei config.xml der alten Anlage, Version 2.1 oder älter; ältere Versionen werden beim Import automatisch aktualisiert.

config.xml beschaffen

Laden Sie config.xml in der Weboberfläche der alten Anlage herunter (System → Backup) oder kopieren Sie conf/config.xml von der ersten Partition ihrer CompactFlash-Karte bzw. Festplatte. Bewahren Sie die Datei sicher auf: Sie enthält alle Passwörter im Klartext.

Import beim ersten Start

Der einfachste Weg bei einer Neuinstallation:

  1. Schreiben Sie das PhonixPBX-Image auf die Karte bzw. Festplatte.
  2. Kopieren Sie vor dem ersten Start config.xml auf die Boot-Partition (PHXBOOT), entweder direkt ins Hauptverzeichnis oder als conf/config.xml – an dieselbe Stelle wie bei der alten Anlage.
  3. Starten Sie die Anlage. Beim ersten Start wird die Datei im Modus Ersetzen importiert und in config.xml.imported umbenannt.

Im OCI-Container legen Sie die Datei vor dem ersten Start unter import/config.xml im Datenvolume ab.

Nach der Anmeldung zeigt die Übersicht den Importbericht, bis ein Administrator auf Ausblenden klickt. Prüfen Sie ihn wie das Ergebnis eines Imports in der Weboberfläche (siehe unten).

Import in der Weboberfläche

  1. Öffnen Sie System → Backup/Wiederherstellung und gehen Sie zur Karte Altes AskoziaPBX.
  2. Ziehen Sie config.xml auf das Feld config.xml hierher ziehen oder zum Hochladen klicken (oder klicken Sie darauf und wählen Sie die Datei).
  3. Es erscheint eine Vorschau. Geändert ist noch nichts. Sie zeigt je Abschnitt, wie viele Objekte angelegt (anlegen), aktualisiert (aktualisieren) oder übersprungen (überspringen) würden, die nicht unterstützten Abschnitte (Nicht unterstützt, verworfen: …) und eine Liste von Meldungen, jeweils als error, warning oder info gekennzeichnet.
  4. Wählen Sie den Modus (siehe unten) und klicken Sie auf Importieren. Bestätigen Sie die Frage Diese Konfiguration jetzt importieren?.
  5. Das Importergebnis erscheint. Prüfen Sie die importierte Konfiguration und klicken Sie dann oben im Hinweis auf Änderungen übernehmen.

Enthält die Vorschau Fehler, lässt sich der Import so nicht durchführen: Korrigieren Sie die Datei oder die kollidierenden Objekte und laden Sie sie erneut hoch.

Ersetzen oder zusammenführen

ModusWirkung
Aktuelle Konfiguration ersetzen (vorher Backup)Die Voreinstellung. Zuerst wird ein Backup der aktuellen Konfiguration angelegt. Dann werden alle Telefone, Provider, Rufgruppen, Konferenzräume, Anwendungen und Manager-Benutzer entfernt und durch die aus der Datei ersetzt. Auch die Systemeinstellungen (Hostname, Zeitzone, Netzwerk, SIP/IAX/RTP, Mailbox, E-Mail, Funktionscodes) und das Web-Passwort werden aus der Datei übernommen.
Mit aktueller Konfiguration zusammenführenFügt die Objekte aus der Datei zur aktuellen Konfiguration hinzu. Objekte werden über ihre AskoziaPBX-ID und dann über die Nummer zugeordnet; bei einem Konflikt wird das Objekt übersprungen und gemeldet. Globale Einstellungen und das Web-Passwort bleiben unverändert.

Ersetzen übernimmt auch die Netzwerkeinstellungen der alten Anlage (DHCP oder feste Adresse, Gateway, DNS). Laufen beide Anlagen gleichzeitig, prüfen Sie vor dem Übernehmen System → Netzwerk, damit die neue Anlage nicht die Adresse der alten belegt oder unerreichbar wird.

Web-Passwort: Beim Ersetzen erhält die Web-Anmeldung der alten Anlage (meist admin) deren Passwort, sofern es mindestens 8 Zeichen hat. Kürzere Passwörter werden nicht übernommen, und das aktuelle Passwort bleibt gültig. Der Bericht sagt, was zutrifft.

Was umgewandelt wird

  • SIP-Telefone und -Provider werden vom alten chan_sip auf PJSIP umgestellt; Codecs (in ihrer Reihenfolge), NAT-, DTMF- und Qualify-Einstellungen werden übernommen.
  • Für Asterisk 1.8 geschriebene Anwendungslogik wird nach Möglichkeit angepasst, zum Beispiel wird aus MeetMe nun ConfBridge. Was sich nicht automatisch anpassen lässt, markiert der Bericht zur Prüfung – sehen Sie sich diese Anwendungen nach dem Import an.
  • Die eingebauten Anwendungen (Mailbox 000086, Rufumleitung 000023, Testnummern) werden den PhonixPBX-Fassungen zugeordnet.

Was nicht importiert wird

PhonixPBX unterstützt keine Telefonie-Hardware. Diese Teile bleiben außen vor und werden im Bericht aufgeführt:

  • analoge und ISDN-Telefone, -Provider und Fax (DAHDI, Redfone-Gateways, GSM),
  • Skinny-(SCCP-)Telefone, virtuelle Faxgeräte,
  • Speicherplatten und -dienste, dynamisches DNS und RFC-2136-Updates, das Captive Portal, Telefon-Provisionierung, Integrationen von Drittanbietern, von Hand bearbeitete Konfigurationsdateien.

Hingen Telefone oder Wählmuster an einem analogen oder ISDN-Provider, weist der Bericht darauf hin. Ersetzen Sie einen solchen Anschluss durch ein SIP-Gateway und richten Sie es als Provider ein.

Export zurück nach config.xml

Auf derselben Karte lädt config.xml exportieren die aktuelle Konfiguration im AskoziaPBX-Format herunter, etwa um zu einer alten Anlage zurückzukehren. Der Export erfolgt nach bestem Bemühen: Funktionen, die AskoziaPBX nicht kennt – IVR-Menüs, Geschäftszeiten, TLS/SRTP, die Firewall, mehrere Administratoren, reine PJSIP-Optionen –, fehlen darin. Die Datei enthält alle Passwörter im Klartext.

Auf der Kommandozeile

Import und Export gibt es auch mit phonix legacy: phonix legacy import config.xml --dry-run gibt den Bericht aus, ohne etwas zu ändern, --merge wählt das Zusammenführen, phonix legacy export config.xml schreibt den Export. Skripte verwenden die REST-API (/api/v1/legacy/import und /api/v1/legacy/export).

AskoziaPBX-Hardware

PhonixPBX läuft nicht auf den Boards PC Engines ALIX und WRAP, die viele AskoziaPBX-Anlagen verwendeten (deren CPUs fehlt SSE2). Kopieren Sie config.xml von einem solchen Gerät und importieren Sie sie auf einem Raspberry Pi, einem PC, einer virtuellen Maschine oder in einem Container.